Geboren Juni 2016 mit vollem Papier.
Aber auch das nützte ihm als Fohlen nichts, denn er war ebenfalls für die
Schlachtung vorgesehen und stand zusammen mit Urmel in dem dunklen Loch um
auf den Transport zu warten. Diamond war sichtlich relativ frisch kastriert worden.
Die Narbe war sehr wulstig, entzündet und sonderte eine Flüssigkeit ab. Der ganze
Schweif war verklebt und wir gingen erst von Durchfall aus. Durch diese schmierig,
ungewöhnlich riechende Konsistenz mussten wir der Sache noch am Ankunftstag auf
den Grund gehen. Das war echt schwierig, denn wir wollten ihn nicht unnötig
stressen aber für Diamond ging es um sein Leben. Irgendwann blieb uns nichts
anderes als ihn nochmals beherzt zu greifen und ihn zu Fall zu bringen. Das tat uns
unsagbar leid, aber anders ging es nicht. Im Liegen durch unsere gemeinsamen
Kräfte fixiert, fanden wir dann die entsetzliche Narbe. Diamond war der erste bei dem
wir so tatsächlich das Geschlecht bestimmen konnten. Eben mal gucken ging bei
keinem der Ponyjährlinge. Entweder kicken sie, rasten los oder beides. Den Po dabei
zusammen gekniffen und den Schweif mit aller Macht eingeklemmt, da war einfach
nichts zu sehen. Bei den anderen entschlossen wir uns stressfreie
Geschlechtsbestimmung durch „Pinkelanalyse“ zu betreiben. Ganz nach dem Motto
wo kommt es raus, unterm Bauch oder hinten. Eine Stute sollte dabei sein.
„Annemarie“. Nach etwa 2 Wochen stand fest „Annemarie“; war ein „Annemario“.
Diamond erholte und beruhigte sich. Seine Wunde verheilte gut, auch wenn die
Versorgung immer noch sehr aufwendig war. Ablegen mussten wir ihn aber nie
wieder. Diamond blieb mit Urmel zusammen bei uns.
4 x im Jahr ungefähr werden wir gefragt, ob wir ein neues Pony haben. Gemeint ist
dann jedes mal klein Diamond (82 cm). Diamond wechselt ganz merkwürdig sein
Fell. Im Winter ist er ein schwarzer Zottelbär, allerdings mit weißem Unterhaar, das
sieht man nur nicht. Im Frühling wirft er erst die schwarzen Zotteln ab, eine ganze
Weile hat er dann bis auf Kopf und untere Beine total weißes, plüschiges Fell. Im
Sommer haben wir einen sehr edlen Schwarzschimmel, nichts erinnert mehr an das
Pony vom Winter oder Frühling. Im Herbst pufft er dann mit beiden Farben
gleichzeitig auf, bis dann im Winter wieder die schwarzen Zotteln da sind. 4 x im Jahr
haben wir also auch irgendwie ein anderes Pony.
Diamond kann so ziemlich die gleichen Spielchen und Lektionen wie Urmel. Nur in
der Freifolge ist er- nennen wir es mal – etwas dynamischer. Im hohen Tempo
überkommt es ihn und er pupst und buckelt eine Kür. Dann düst er zurück und rennt
wieder mit als wäre nichts gewesen. Volle Punktzahl in der B Note.
Diamond kann im Gegensatz zu Urmel küssen. Er hält einem seine dicke Nase nur
zu gerne ins Gesicht. Das ist das erste, was er uns anbietet, wenn wir auf ihn zu
gehen und er hat sichtlich Spaß daran.
Urmel und Diamond hängen sehr aneinander. Wenn es mal richtig gut passen sollte,
gehen sie nur gemeinsam in ein neues Zuhause.
Diamonds monatliche Kosten belaufen sich auf 95.-
